5 Dinge, die Trauernden helfen

5 Dinge, die Trauernden helfen

Die Trauer um einen geliebten Menschen katapultiert uns in einen ganz eigenen Mikrokosmos. Das Leben steht Kopf. Der gewohnte Trott funktioniert nicht mehr, selbst die einfachsten Dinge des täglichen Lebens wachsen zu schier unüberwindbaren Hürden. Und geübte Bewältigungsstrategien gibt es meist auch nicht. Wie wohltuend ist es dann, Menschen um sich herum zu haben, die uns zur Seite stehen, und zwar nicht nur in den ersten Tagen und Wochen, sondern auch darüber hinaus.

Da ich immer wieder erlebe, wie unsicher Menschen im Umgang mit Trauernden sind, habe ich hier fünf Dinge zusammengestellt, die hilfreich sind, wenn Du in Deinem Umfeld mit Trauernden zu tun hast.

1. Da sein, einfach nur da sein und zuhören.

Trauernde haben ein enormes Mitteilungsbedürfnis. Über das Geschehene zu reden, immer und immer wieder, hilft ihnen, um es zu begreifen und zu verarbeiten. In den ersten Wochen hat das Umfeld noch Verständnis dafür, doch danach .... ist es gut, wenn Du weiterhin ein offenes Ohr für sie hast! Dabei brauchst Du auch wirklich nur zuzuhören. Du musst keine Antworten parat haben. Du solltest nicht bewerten. Einfach nur zuhören. Tränen fließen lassen. Eine Packung Taschentücher bereit halten.

Ach, und Fragen sind super! Frage nach, wie es sich angefühlt hat, was derjenige getan, gedacht, gefühlt hat. Sei im positiven Sinne interessiert und neugierig!

2. Hilfe nicht pauschal anbieten, sondern einfach helfen!

Der gut gemeinte Satz "Wenn Du Hilfe brauchst, weißt Du, wo Du mich findest!" hilft leider nicht. Denn Trauernde haben oft nicht die Kraft oder trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten. Daher: biete ganz konkret Deine Hilfe an! Bringe die Kinder zum Sport oder hole sie vom Kindergarten ab. Stehe mit einem Einkaufszettel auf der Matte und frage, was der Kühlschrank benötigt. Oder stelle einfach einen Topf Suppe vor die Tür. Vielleicht kennst Du das aus eigenen Trauerzeiten: selbst die alltäglichen Dinge, wie eine warme Mahlzeit zubereiten, sind plötzlich große Herausforderungen!

3. Auf die Wortwahl achten

Es gibt leider soooo viele leere Worthülsen im Zusammenhang mit Trauer. Bevor Du Dich in solchen verlierst, sage lieber "Ich bin gerade sprachlos." und nimm Dein Gegenüber einfach in den Arm. Körperliche Nähe tut oft gut und gibt Halt. Gemeinsam schweigen und Tränen aushalten ist allemal besser als ein unsicheres "Mein Beileid" in der Hoffnung, die Situation möge schnell vorbei gehen.

4. Die Einzigartigkeit der Trauer anerkennen

Jede(r) trauert anders. Es gibt keine falsche oder richtige Trauer. Es mag sein, dass Dir die Reaktionen des Trauernden seltsam vorkommen. Vielleicht würdest Du selbst ganz anders handeln. Aber das zählt jetzt nicht! Bitte, bitte respektiere die Einzigartigkeit der Trauer und lege nicht Deine eigenen Erfahrungen als Maßstab darüber. Sätze wie "Das kenne ich, ich weiß, wie es sich anfühlt." o.ä. helfen nicht weiter. Im Gegenteil. Trauernde haben ohnehin oft das Gefühl, "nicht ganz richtig zu ticken" und Dein gut gemeinter Ratschlag oder Vergleich kann da eher irritieren.

Das Gleiche gilt übrigens auch für das Tempo der Trauer. Wie oft hören Trauernde "Jetzt musst Du aber mal wieder nach vorne schauen. Es wird Zeit, dass Du ins Leben zurückkehrst." - und zwar meist schon nach 6 Wochen oder einem Vierteljahr. Doch wer legt die Meßlatte, wann es Zeit für solche Schritte ist? Einzig und allein der Trauernde selbst! Es steht Dir nicht zu zu bewerten, ob und wann es für etwas Zeit ist.

5. Trauer als einen selbstverständlichen Teil des Lebens akzeptieren

Trauernde wollen keine Sonderbehandlung! Und schon gar nicht die gesenkte Stimme, ernste Miene oder mitleidige Blicke. Sprich also ganz normal mit ihnen! Lache, wenn die Situation zum Lachen ist. Weine, wenn Dir nach Weinen zumute ist. 

 

Zum Schluss das Wichtigste: vertraue auf Dein Bauchgefühl! Wenn wir wieder mehr lernen, unsere Intuition über den Verstand zu stellen, brechen für Trauernde bessere Zeiten an!

Ich wünsche Dir bei allem, was Du tust, eine glückliche Hand!

Herzlichst

Christine Kempkes